Neonazi Übergriff

Am 24.03.2016 machte sich eine Gruppe von etwa zehn Antifaschist_innen auf den Weg nach Hannover -Gabsen, um das Fußballspiel TSV Havelse gegen SC Goslar zu besuchen. In der Vergangenheit kam es bei dieser Begegnung immer wieder zu rassistischen und antisemitischen Pöbeleien der Havelse-Fans, ein großes Bullenaufgebot verhinderte jedoch immer wieder größere Vorkommnisse.
An diesem Spieltag waren jedoch auf beiden Seiten fast keine Fans im Stadion, weshalb jegliche Anfeindungen ausblieben. Auf dem Rückweg zur Bahnstation fiel den Antifaschist_innen ein Auto mit einem Kennzeichen aus dem Heidekreis auf, das augenscheinlich auf die Gruppe aufmerksam geworden war. Als die Gruppe den Bahnsteig erreichte, kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung mit drei auffälligen Personen, die auch im Stadion gewesen waren. Die drei Havelse-Fans stiegen kurz darauf in die selbe Bahn wie die Gruppe Antifaschist_innen in Richtung Hannover – Innenstadt. Diese scheinen (im Nachhinein betrachtet) Späher von Neonazis gewesen zu sein. Bei der Station Pascalstraße warteten ca. 20 Neonazis auf die einfahrende Bahn. Ca. zehn von ihnen stürmten direkt aus zwei Richtungen in die Bahn, betätigten die Notbremse und griffen die Gruppe Antifaschist_innen an. Nach einer längeren körperlichen Auseinandersetzung gelang es den Antifaschist_innen jedoch die Neonazis wieder aus der Bahn zu drängen. Daraufhin gab es mehrere Versuche der Angreifer Einzelpersonen aus der Bahn zu ziehen. Als ihnen dies nicht gelang fingen sie an Flaschen in die Bahn zu schmeißen und Böller zu zünden. Insgesamt dauerte der Angriff ca. zehn Minuten, da die Neonazis nach der Auseinandersetzung noch mehrere Minuten die Ausgänge der Bahn belagerten. Trotz der untypisch langen Auseinandersetzung kam die Polizei auch nach dem die Neonazis verschwunden waren nicht zur Bahn. So war es auch kein Problem für die Angreifer, dass sie sich die ganze Zeit über nicht vermummten. Zum Glück gab es auf Seiten der Antifaschist_innen nur kleine Verletzungen.
Dieser Angriff stellt eine neue Qualität der rechten Aktivitäten im Raum Hannover dar. Der Angriff der Neonazis schien geplant, den schon im Vorfeld stiegen die drei Späher mit in die Bahn. Zudem wurde die Gruppe Antifaschist_innen zumindest während der Abreise beobachtet. Es ist davon auszugehen, dass sich die Angreifer vor allem dem Spektrum der „GSD“ (Gemeinsam stark Deutschland), einer Abspaltung von HogeSa, zuzurechnen sind. Es wurden mehrere Angreifer auf einem Gruppenfoto von GSD, die am 21.03. bei Pegida Hannover waren, wiedererkannt. Zum Beispiel Ronny Damerow der ein Bindeglied zwischen verschiedenen rechten Gruppierungen und dem Fußballspektrum ist.

In Zukunft ist es wichtig wieder vermehrt darauf zu achten in größeren Gruppen zu Aktionen anzureisen und gegebenenfalls auf Angriffe von Neonazis vorbereitet zu sein.
Organisiert den antifaschistischen Selbstschutz!